Technische Jenseitskontakte

Ein kleiner Erfahrungsbericht des Autors dieser Seiten zum Thema „technische Jenseitskontakte“, auch „Tonbandstimmen“ oder „instrumentelle Transkommunikation“ genannt.
Es war im Sommer 1987 – ich war fast 20 und in meine erste eigene „Bude“ gezogen, ein kleines möbliertes Dachzimmer in Köln. Etwas spartanisch zwar, aber endlich raus aus dem kleinen „Kaff“ und hinein in die Großstadt mit all ihren Möglichkeiten! Ich war gerade fertig geworden mit Ausbildung und Fachoberschule und etwas unschlüssig, ob ich tatsächlich wie vorgesehen Elektrotechnik studieren und einen technischen Beruf ergreifen oder doch lieber etwas „Sinnvolleres“ machen sollte, etwa im spirituellen Bereich, und schob nun erst einmal den Zivildienst dazwischen. Einige Jahre zuvor hatte ich begonnen, mich mit esoterischer Literatur zu befassen. Das „Übernatürliche“ hatte mich immer schon fasziniert, und obwohl ich seit der frühen Jugend mit Kirche „nix mehr am Hut“ hatte, war ich dennoch davon überzeugt, dass es etwas geben musste, das „hinter“ der mit den normalen Sinnen wahrnehmbaren Realität steckt. So war ich unter anderem auf die sogenannten „Tonbandstimmen“ gestoßen, ein paranormales Phänomen, bei dem – wie es hieß – die Stimmen Verstorbener auf Tonbändern hörbar gemacht werden können. Der ebenfalls in Köln wohnende Autor eines der esoterischen Bücher, die ich gelesen hatte (Arthur Laubach: Der Weg des Geistes 
Im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht wurde das Tonbandstimmenphänomen durch das 1967 erschienene Buch „Sprechfunk mit Verstorbenen“ des Schweden Friedrich Jürgenson. 20 Jahre später gab es dieses Buch tatsächlich immer noch: Als ich es im Oktober 1987 (kurz nach Jürgensons Tod übrigens) in einer Buchhandlung in Köln entdeckte, legte ich es zunächst stirnrunzelnd und kopfschüttelnd wieder ins Regal zurück. Was es nicht alles gibt... Nach meinen Gesprächen mit Arthur Laubach erinnerte ich mich wieder daran und kaufte es schließlich doch - und war gleich „infiziert“! Es ließ allerdings viele Fragen offen, da es zwar viele spannende Schilderungen des Autors enthielt, aber kaum technische Details, die mich natürlich besonders interessiert hätten. Was also tun? Googeln ging 1987 ja noch nicht.😉 Glücklicherweise war hinten im Buch die Adresse eines 1975 gegründeten „Vereins für Tonbandstimmenforschung“ (VTF) in Düsseldorf angegeben, bei dem man weiteres Informationsmaterial anfordern konnte, was ich dann auch tat. So kam ich in Kontakt mit Herbert Spirik (†2011), einem Forscher aus Österreich, mit dem mich über mehrere Monate hinweg in seitenlangen, eng mit Schreibmaschine beschriebenen Briefen und Handskizzen über die verschiedenen Möglichkeiten der Entstehung und des Empfangs dieser Stimmen austauschte. Erste eigene Versuche machte ich allerdings erst, nachdem ich mich auf einer der monatlich stattfindenden Veranstaltungen des VTF in Düsseldorf von der Existenz des Phänomens überzeugen konnte. Dort wurden Demo-Stimmen vorgeführt und Live-„Einspielungen“ (d.h. Audioaufnahmen) gemacht, die mich ziemlich beeindruckten. Noch in derselben Nacht, als ich wieder zu Hause war, machte ich gegen 1:40 Uhr meine erste eigene Einspielung – nur mit hochverstärkendem Elektret-Mikrofon und Kassettenrekorder – und hörte sie gespannt ab: Nichts, außer das Ticken des Weckers im Sekundentakt. Ich entfernte die Batterie. Zweite Einspielung um 2:00 Uhr – ich höre ab – und nach meiner Frage wie aus dem Nichts plötzlich eine laute Stimme, deren Klang mich ein wenig an unseren Wellensittich „Hansi“ (†1986) erinnerte: „Du siehst, das kann ich nicht.“ Wahnsinn – ich konnte es kaum glauben! Ich wusste zwar nicht, was die Aussage bedeuten sollte, aber dass überhaupt etwas kam, war schon überwältigend...

Der VTF unterhielt in mehreren Städten Anlaufstellen, die Interessierten Informationen und Anleitung anboten. Eine davon befand sich in Köln. Es war ein Ehepaar, das einige Jahre zuvor ihren Sohn, der ungefähr in meinem Alter war, bei einem Verkehrsunfall verloren hatte. In ihrer Verzweiflung und Trauer hatten sie nach jedem Strohhalm gegriffen und waren so durch die Radiosendung „Unglaubliche Geschichten“ mit Rainer Holbe auf das Tonbandstimmen-Phänomen aufmerksam geworden, über das sie sich nun Kontakt zu ihrem verstorbenen Sohn erhofften. Gleich bei unserem ersten Treffen am „Nikolaustag“ 1987 unternahmen wir einen Kontaktversuch und erhielten dabei unter anderem eine für mich beeindruckende Stimme, die sich kristallklar aus dem als Hintergrundgeräusch benutzten Plätschern eines Springbrunnens herausbildete und einen technischen Hinweis zu geben schien: „Hat doch ooch’n Klangschalter – Kontakt!“ Wow, da war ich erstmal platt! Wie konnte das sein? War vielleicht das als Mikrofon benutzte Array aus trichterförmigen Piezo-Lautsprechern das Geheimnis? Oder das verwendete Hallgerät, das dem Klang ein gewisses „Volumen“ gab? Auf jeden Fall „faszinierend“, wie Mr. Spock sagen würde! In der Folgezeit trafen wir uns regelmäßig zusammen mit anderen Interessierten in deren scherzhaft so genannten „Geisterkeller“ und unternahmen weitere „Einspielversuche“ und erzielten dabei immer wieder interessante Resultate.


Im Januar 1988 wurde ich Mitglied des Vereins, besuchte Treffen und Tagungen, tauschte mich mit anderen Technikern aus, probierte alle bis dahin bekannten Einspielmethoden aus und überlegte, wie man die Ergebnisse noch verbessern könnte. Die am besten verständlichen und lautesten Stimmen entstanden unter Zuhilfenahme eines „akustischen Rohmaterials“, das während der Aufnahme leise im Hintergrund mitlief – beispielsweise Wasserplätschern oder ein fremdsprachiger Radiosender – das (so die Annahme) von den Urhebern der paranormalen Stimmen passend „umgeformt“ wird. Um die Gefahr von Täuschungen auszuschließen, benutzten einige Experimentatoren Tonkonserven, die im Falle des Auftretens paranormaler Stimmen daraufhin untersucht werden konnten, ob die gehörte Stimme dort bereits vorhanden war (dann war sie nicht paranormal) oder nicht (dann war sie paranormal). Es wurde die Beobachtung gemacht, dass besonders laute Stimmen häufig kurz nach dem Einschalten und kurz vor dem Abschalten einer Tonkonserve oder des Aufnahmegerätes entstanden, so als ob die Geräte dann in einem „irregulären“ Zustand gelangten, der günstig für die Stimmenentstehung war. Beim VTFÖ (dem österreichischen „Ableger“ des VTF) kam man daher auf die Idee, diesen „Einschalteffekt“ gezielt zu nutzen und mit Hilfe eines elektronischen Intervallschalters zu automatisieren. Peter Stein, ein Forscher aus Dänemark, hat diese Methode später erweitert und ein „Schaltgerät“ gebaut, das gleich zwischen 4 Tonspuren mit unterschiedlichen Sprachkonserven automatisch im Sekundentakt umschaltete.

Die Erfolge mit der Umschalt-Methode führte zu der Frage, ob es ein „ideales Rohmaterial“ gibt, das den angenommenen Urhebern der Stimmen bestmögliche Voraussetzungen bietet. Da ich mich zwischenzeitlich mit Computer-Programmierung auskannte, entwickelte ich 1989 zur Rohmaterial-Erzeugung eine Software für den Homecomputer „Commodore C64“ und später für den DOS-PC, die über ein selbstgebasteltes Audio-Interface ein Audiosignal aufnehmen, zerstückeln und in zufälliger Reihenfolge wieder ausgeben konnte. Das Ergebnis war eine Art unverständliches „Kauderwelsch“, aus dem sich jedoch sinnvolle Stimmen bildeten, die auf Fragen oder Situationen des Experimentators Bezug zu nehmen schienen.
Die Software enthielt auch eine einfache Schnittfunktion, mit der man das Audiosignal in einzelne Phoneme zerteilen konnte, die dann ebenfalls in zufälliger Reihenfolge wiedergegeben werden konnten. Meine Idee war, dass es dann auch möglich wäre, die Lautschrift des ausgebenen „Phonemsalats“ zu protokollieren, um dadurch bessere Analysemöglichkeiten zu haben. Dabei stellte sich heraus, dass es für die Stimmenbildung unerheblich war, ob mit echten Phonemen oder mit willkurlich geschnittenen Audiofragmenten gearbeitet wird.
Bei meinen Versuchen mit der „zufallsgesteuerten Phonemsynthese“ erhielt ich einmal die ziemlich deutliche Stimme „Computer ist kaputt! „Computer ist kaputt!“
Als später Windows-Rechner mit viel mehr Speicherplatz aufkamen, taten sich ungeahnte Möglichkeiten auf. Nun konnten Stimmen digital gefiltert und dadurch noch besser verständlich gemacht werden. Auch für Windows entwickelte ich ab 2000 eine Software zum Erzeugen eines „akustischen Rohmaterials“, die ich etwas scherzhaft "EVPmaker" nannte und kostenlos im Internet bereitstellte. Sie erlangte in der „Szene“ eine gewisse Popularität und war Vorläufer sogenannter „Ghostboxes“ bzw. „Spirit Boxes“ und später entsprechender Handy-Apps.

Viele Kritiker des Tonbandstimmenphänomens halten das Ganze für Humbug und Selbsttäuschung; sie behaupten, man würde da lediglich etwas in Zufallsgeräusche „hineinhören“. Ganz von der Hand zu weisen ist dieses Argument natürlich nicht, denn das menschliche Gehirn versucht immer, Muster im Chaos zu erkennen. Aus dem visuellen Bereich ist das als „Pereidolie“ bekannt. Eine Sache, die mich davon überzeugte, dass es sich bei all dem nicht bloß um ein rein technisches oder wahrnehmungspsychologisches Phänomen handelte, sondern um eine tatsächliche Kommunikation mit Intelligenzen einer unsichtbaren Seinsebene, war die Tatsache, dass es – so paradox es klingt – nicht immer „funktionierte“, sondern dass es immer wieder Phasen von mehreren Wochen bis Monaten gab, wo trotz gleicher Versuchsanordnung kaum oder sogar keine Resultate in Form von sinnvollen Stimmen erzielt werden konnten – ich nannte es den „Faktor X“, den „unbekannten Faktor“, der nicht materieller, sondern geistiger Natur sein musste. Auch stellte ich fest, dass Einspielungen in Gemeinschaft anderer Experimentatoren, mit denen man „auf einer Wellenlänge“ ist, oftmals erstaunlich deutliche und bezugnehmende Stimmen ergeben. Auch dies deutet darauf hin, dass hierbei eine psychische oder geistige Komponente mitwirkt. Auch der emotionale Zustand des Experimentators scheint eine Rolle zu spielen. So hatte ich einmal nach dem Tod einer mir nahestehenden Person eine Reihe von Einspielungen getätigt und dabei einige meiner besten Stimmen erhalten. Andererseits entstanden aber auch schon bei ungeplanten „Spontan-Einspielungen“ tolle Stimmen. So kam z.B. einmal bei einer einminütigen Testaufnahme in Vorbereitung einer geplanten Online-Einspielung mit mehreren Personen, für die ich mein Notebook erstmalig über ein analoges Modem mit dem Internet verbunden hatte, der erstaunte Ausruf „Hat er nun Internet!“, und kurz darauf diese schöne Stimme:
Wer mir das wohl „gesagt“ hat? Ich habe es nie herausgefunden, auch wenn ich da so meinen Verdacht habe...
Im Verein übernahm ich nach und nach immer mehr ehrenamtliche Aufgaben: 1997 initiierte ich den Aufbau einer Vereins-Website (damals absolutes „Neuland“) und betreute diese seitdem redaktionell und administrativ. Im selben Jahr wurde ich Teil des Vorstands-Teams und bot technische Beratung für Mitglieder an. Ab 2001 übernahm ich Redaktion und Layout der Vereinszeitschrift „VTF-Post“, ab 2005 die Mitgliederverwaltung (wofür ich sogar eine eigene Software schrieb) und ab 2010 die Betreuung der Tagungstechnik zweimal im Jahr. Daneben betrieb ich privat eine Mailingliste, eine Website und ein Diskussionsforum zum Thema Tonbandstimmen und führte weiter eigene Experimente durch oder entwickelte neue Verfahren wie etwa die Konstruktion einer neuartigen ITK-Versuchsanlage nach Durchgaben eines spirituellen Mediums oder eine auf „Skalarwellen“ basierende Methode, die durchaus vielversprechende Anfangsresultate erbrachte.

In der Tonbandstimmenforschung (oder „Transkommunikationsforschung“, wie es später hieß) sah ich für mich so etwas wie eine selbstgestellte Lebensaufgabe, für die ich einen Großteil meiner Freizeit und auch einen Teil meiner Finanzen aufwendete. Nie hätte ich gedacht, dass sich daran jemals etwas ändern würde – bis...

Es war im November 2018 – ich war gerade von der Herbsttagung des VTF zurückgekehrt und voller neuer Ideen, als ich mein kleines mobiles DAB+-Radio vermisste, mit dem ich unterwegs immer gerne Musik, Nachrichten oder andere interessante Berichte hörte. Ich musste es wohl auf der Reise verloren haben und bestellte mir daher noch am selben Abend ein neues. Wenige Tage später war es da und ich war positiv überrascht, dass es viel leichter zu bedienen war als das alte. Das „Zappen“ durch die einzelnen Sender ging damit viel einfacher, und so landete ich eines Nachmittags, als ich nach Feierabend an der Bushaltestelle stand, in einer Sendung mit dem Titel „Auf der Suche nach dem Übernatürlichen“, was mich natürlich sofort hellhörig werden ließ.
Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Sender um „ERF Plus“, einen christlichen Radiosender, der – passend zu Allerheiligen und Halloween – gerade eine Sendereihe zu diesem Themenkomplex brachte. In der Folgezeit hörte ich öfters diesen Sender, so auch in der Mittagspause am übernächsten Tag, als eine ehemalige Esoterikerin von ihrer „Begegnung mit Jesus“ erzählte und wie er sie von dämonischen Belastungen befreite und sich ihr Leben daraufhin um 180° zum Positiven wendete. Es hieß, dass jeder eine solche Begegnung, ja sogar eine persönliche Beziehung zu Jesus haben könne, wenn man ihn „in sein Leben einlädt“. Das hatte ich zuvor noch nie so gehört – weder damals im katholischen Religionsunterricht noch später irgendwann. Aber wenn das stimmte, dann wollte ich das auch! Dann, so sagte ich mir, hätte ich mich vielleicht gar nicht erst mit diesem ganzen „Eso-Kram“ befasst, der (neben der Tonbandstimmenforschung) Teil meiner „spirituellen Suche“ war und der mich – wenn ich ehrlich war – eigentlich keinen Schritt weitergebracht hatte.

Die Sendungen hatten in mir eine Saite zum Schwingen gebracht und den Wunsch geweckt, es doch nochmal mit dem Gott der Bibel zu versuchen, an den ich als Kind schonmal geglaubt hatte, den ich aber dann aus dem Blick verloren hatte, weil mir der christliche Glaube, so wie er mir damals vermittelt wurde, rückständig und überholt erschien. Also begann ich im Internet zu Fragen des christlichen Glaubens zu recherchieren und stieß dabei auch auf ein „Übergabegebet“, mit dem man Jesus Christus in sein Leben einladen können sollte. Es waren zwar noch viele Fragen offen, aber ich wusste intuitiv, dass das jetzt für mich dran war, denn ich hatte bereits beschlossen, einen „Cut“ zu machen und mein „altes Leben“ hinter mir zu lassen und ein „neues Leben“ mit Jesus zu beginnen. Also sprach ich das Gebet – und war enttäuscht, dass ich erst mal nichts „merkte“. Ich weiß nicht, was ich genau erwartete – nicht unbedingt einen „Blitz vom Himmel“ oder eine Art Verzückung, aber doch wenigstens „irgendwas“. Daher wiederholte ich das an den darauffolgenden Tagen immer wieder, nur um „sicherzugehen“, dass Jesus es auch gehört hat und sieht, dass ich es auch ernst meinte...😉 Irgendwann wich die Skepsis dann einem Hochgefühl und ich wusste, dass ich jetzt ein Kind Gottes war.
Und eine Sache war mir auch sofort klar: Gott und Esoterik – das passt nicht zusammen! Nicht nur, weil es in der Bibel steht, sondern auch und vor allem, weil es nichts mehr in meinem Leben geben sollte, das „neben“ Gott steht. In einer Ehe ist es ja ähnlich: Da hat man ja auch nicht Bilder oder Erinnerungsstücke früherer Liebhaber in der Wohnung stehen, oder? Also begann ich damit, meine Wohnung auszumisten und alles, was irgendwie mit meiner bisherigen „spirituellen Suche“ oder mit Transkommunikation zu tun hatte, zu schreddern und der örtlichen Abfallentsorgung zuzuführen. Darunter waren meterweise Bücher, Ordner, CDs, Utensilien, technische Gerätschaften – teures Zeug eigentlich, das aber nun keinen Wert mehr für mich hatte. Ich wollte es aber auch nicht verkaufen oder an andere weitergeben, denn es sollte ja keinen weiteren Schaden mehr anrichten können. Nur vom Verein konnte ich mich nicht so schnell lösen, da ich dort noch zu sehr involviert war mit meinen vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Der Verein war wie eine „große Familie“ und ich wollte die Vereinskollegen nicht einfach so im Stich lassen, also sagte ich zu, meine bisherigen Aufgaben vorerst noch weiterzuführen, bis eine geordnete Übergabe stattgefunden hat. Als dann allerdings im Sommer meine Taufe anstand, mit der ich mein neues Leben mit Jesus auch öffentlich „besiegeln“ wollte, wusste ich, dass das so nicht funktionieren konnte und schickte alles Vereinsmaterial, das ich noch zu Hause hatte, zusammen mit einer Dokumentation meiner Tätigkeiten und einer Austrittserklärung an den damaligen 1. Vorsitzenden. Damit war dann auch dieses Kapitel für mich abgeschlossen und ich „frei“.
Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.
– Johannes 8,36 –
A propos „frei“: Etwa anderthalb Jahre nach meiner „Lebenswende“ bemerkte ich plötzlich, dass ich ja schon länger keiner dieser früher üblichen Schlafparalysen mehr hatte, die immer in unregelmäßigen Abständen von Tagen, Wochen oder auch Monaten auftraten. Zur Erklärung, was das ist, hier ein kurzer Auszug aus Wikipedia:
Bei der Schlafparalyse, auch Schlafstarre oder Schlaflähmung, ist die Skelettmuskulatur während des Schlafs gelähmt. Dies dient dem Schutz des Körpers, indem es verhindert, dass geträumte Bewegungen tatsächlich ausgeführt werden. Beim Aufwachen verschwindet die Lähmung sofort und wird nicht wahrgenommen. Vereinzelt wird die Lähmung auch bewusst erlebt, entweder kurz vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen.
Quelle: Wikipedia
Soweit, so normal erstmal. Allerdings waren die Schlafparalysen bei mir immer mit verschiedenen „unheimlichen“ Wahrnehmungen verbunden:
Ich wache auf aus einem lebhaften Traum, liege in meinem Bett, sehe die Umgebung – den Kleiderschrank, das Licht, das aus dem Wohnzimmer durch den Türspalt fällt – aber ich kann mich nicht bewegen. Mein Geist ist wach, aber mein ganzer Körper ist wie gelähmt. In meinem Kopf ist ein lautes Dröhnen, das wie das Triebwerksgeräusch klingt, während man in einem fliegenden Flugzeug sitzt. Ich sehe Bilder: Gesichter, Gegenstände, geometrische Muster, höre Klänge, Geräusche, Stimmen. Mein ganzer Körper kribbelt wie elektrisiert. Panik kommt auf: Eine überwältigend starke Kraft zieht an mir und will mich ins dunkle Nichts der Unbewusstheit zurückreißen, wogegen ich mich mit aller Kraft wehre. Unter Aufbringung größter Kraft- und Willensanstrengung versuche ich, wenigstens einen großen Zeh zu bewegen, um meinen Körper aufzuwecken – vergeblich. Dann plötzlich, mit einem Ruck, ist mein Körper wieder bewegungsfähig und der Spuk vorbei. – Puh!
Mit der Zeit lernte ich damit umzugehen und es gelang mir, das Panikgefühl zu beherrschen und nicht gleich aufwachen zu wollen, denn ich bemerkte, dass man in diesem Zustand interessante „Experimente“ machen konnte, etwa mit den gesehenen Bildern interagieren, in einen luziden Traum gelangen oder sogar aus dem Körper austreten und „auf Wanderschaft“ gehen.
Und nun waren die Schlafparalysen mit den oben beschriebenen Wahrnehmungen also „einfach so“ verschwunden! War das ein Zufall? Ich denke nicht! Denn was mir rückblickend auffiel: Sie traten exakt während der 31 Jahre meiner Beschäftigung mit Esoterik auf – weder davor noch danach je wieder! Zwar gelange ich auch heute hin und wieder in einen Zustand der bewusst erlebten Schlaflähmung, doch viel seltener, und es dauert gefühlt auch nur wenige Sekunden statt wie früher Minuten und ist auch nicht mehr mit den beschriebenen Wahrnehmungen verbunden. Ich merke einfach nur „Ups, ich kann mich nicht bewegen“, und kurz darauf wache ich „ganz“ auf. Dies und die Tatsache, dass der „Spuk“ ganz ohne mein Zutun, und ohne dass ich es beabsichtigt hätte, verschwand, zeigt mir, dass es sich dabei nicht einfach nur um einen psychologischen Effekt handelt, etwa weil ich mich nun durch Jesus „geschützt fühlte“. Nein, es hatte sich etwas Grundlegendes verändert, auf das ich selber keinen Einfluss hatte: War es möglich, dass ich damals tatsächlich und ohne es zu wissen unter dem Einfluss unsichtbarer, negativer Mächte gestanden hatte, deren Wahrnehmung durch die Schlafparalysen begünstigt wurden, und die nun durch meine Hinkehr zu Jesus und den dadurch vollzogenen „Herrschaftswechsel“ einfach keinen Zugriff mehr auf mich haben? Ich halte das für die naheliegendste Erklärung! Und ich weiß nicht, ob es auch so gekommen wäre, wenn ich mich nicht so konsequent von allem „Esoterischen“ losgesagt hätte. Denn ich kenne den Fall einer Person, die sich laut ihrer Aussage auch zu Jesus bekehrt hatte, sich aber nicht von ihren Sachen trennen konnte und nicht von einer bestehenden okkulten Belastung frei wurde.
Später erfuhr ich, dass Schlafparalysen in der beschriebenen Form oder sogar mit noch viel krasseren Erlebnissen häufig bei Menschen vorkommen, die sich mit esoterischen, spirituellen oder okkulten Praktiken befassen. Ist das alles also doch nicht so harmlos, wie es scheint? Schließlich warnt die Bibel ja genau davor, und als Jesus auf der Erde war, hat Er Menschen von Dämonen befreit – nicht mit Weihwasser und viel Geschrei, so wie das katholische Exorzisten oft erfolglos versuchen, sondern ebenfalls ganz „unspektakulär“, allein durch Seine göttliche Vollmacht.

Aber warum erkennen so viele Menschen nicht, womit sie es bei all diesen vermeintlich harmlosen Praktiken in Wirklichkeit zu tun haben? Vielleicht deshalb, weil der eigentliche Urheber dieser ganzen Phänomene – der „Gegenspieler Gottes“ – sehr geschickt darin ist, Menschen durch Vorspiegelung falscher Tatsachen hinters Licht zu führen, um sie in Sicherheit zu wiegen und so davon abzuhalten, zum wahren Licht zu finden: zu Jesus Christus, dem Sohn des lebendigen Gottes, der von sich sagt:
Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.
– Johannes 8,12 –
Allerdings herrscht hier auch viel Verwirrung, denn die Namen „Gott“ und „Jesus Christus“ werden auch im esoterischen Umfeld häufig genannt – allerdings haben sie dort zum Teil ganz andere Bedeutungen als in der Bibel, dem durch den Heiligen Geist inspirierten Wort Gottes. Die Bibel sagt ganz eindeutig, dass Gott eine Person ist und einen Namen hat, nämlich JHWH (hebr. יהוה, vokalisiert etwa Jahweh), und dass Gott eine Dreieinheit aus Vater, Sohn und Geist ist. Jesus Christus ist somit zugleich Sohn Gottes und Gott selbst; er kam als Mensch auf die Erde mit einer ganz bestimmten Mission, nämlich a) um die Königsherrschaft Gottes auf der Erde aufzurichten, und b) um als „Opferlamm Gottes“ für die Sünden der Menschen zu sterben, damit alle, die dieses stellvertretende Sühneopfer im Glauben für sich persönlich annehmen, als gerecht vor Gott gelten und dadurch zu Kindern Gottes werden und ewiges Leben erhalten.
In der „Welt“ (zu der auch die Esoterik, die Philosophie oder der Humanismus gehören) kann Gott dagegen (sofern er überhaupt als existent angesehen wird) alles Mögliche sein, z.B. eine kosmische, allumfassende, unpersönliche Energie ohne Gesicht und ohne Namen, zu der wir alle eines Tages, nachdem wir uns durch eine Vielzahl von „Inkarnationen“ spirituell weit genug entwickelt haben, wieder zurückkehren werden. Andere sagen, es gibt nur einen einzigen Gott, der allerdings – je nach Religion – unterschiedliche Namen trage, z.B. Allah oder Krishna. Wiederum andere sagen, „Gott“ sei lediglich ein austauschbarer Begriff für etwas zwar real Existierendes, aber „ewig Unbegreifliches“, oder eine mathematische Basis, aus der heraus sich die gesamte Komplexität dieser Welt entwickelt habe. Und Jesus Christus ist wahlweise Prophet, spirituell Erleuchteter (neben anderen wie z.B. Buddha), Vorbild, oder lediglich ein zum Gott hochstilisierter Mensch, und Sein gewaltsamer Tod sei lediglich ein tragischer Justizirrtum gewesen, oder Er sei gar nicht gestorben, sondern nur scheintot gewesen und hätte später woanders weitergelebt und sei dann eines natürlichen Todes gestorben.
Aber wie kommt es eigentlich, dass der christliche Glaube oftmals als schwach angesehen wird und viele Menschen sich wirksame Hilfe eher von der Esoterik erhoffen?
Das zugrundeliegende Problem ist, dass die meisten Menschen viel zu gering von Jesus Christus denken und Seine wahre Größe und Bedeutung nicht erkennen. Mir ging es da früher nicht anders; und das ist auch nicht neu, das gab es schon im Urchristentum, etwa bei der Gemeinde in Kolossä: Dort waren falsche Lehren in die Gemeinden eingesickert, die den im Glauben noch ungefestigten Leuten erzählten, dass das Opfer Jesu allein nicht ausreichen würde, um in den Himmel zu kommen, sondern sie müssten auch noch dies oder das tun, z.B. jüdische Riten, Feiertage oder Speisegebote einhalten, oder sie bräuchten ein bestimmtes Geheimwissen und Erkenntnisse (Gnosis) oder gar Sonderoffenbarungen aus Visionen oder die Verehrung von „Engeln“. Solche falschen Lehren haben allerdings fatale Auswirkungen, da sie das wahre Evangelium verwässern und dadurch (für einen persönlich) wirkungslos machen. Das Grundproblem der Kolosser war, dass auch sie viel zu klein von Jesus Christus dachten. Deshalb hat Paulus ihnen in seinem Brief zuerst die wahre Größe und Bedeutung von Jesus Christus vor Augen gemalt und klargestellt: Jesus Christus ist alles, was sie brauchten – mehr geht nicht!
Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid zur Fülle gebracht in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist.
– Kolosser 2,9-10 –
🙏🏻Danke, Jesus, dass Du mich aus dem „Esoterik-Sumpf“ befreit und mir die Augen geöffnet hast! Ich war blind und sehe jetzt.
Amazing Grace, how sweet the sound,
That saved a wretch like me!
I once was lost, but now am found,
Was blind, but now I see.
(Erste Strophe aus Amazing Grace)
Schön, dass du bis hierher gelesen hast!🙂 Wenn du Fragen oder Anmerkungen dazu hast, dann melde dich einfach über das Kontaktformular bei mir. Gott segne dich!
Quelle:
Stand: 01.09.2026 16:41:22

