Gott­sucher

Be- und Erkenntnisse eines Spätbekehrten

Kann man die Errettung wieder verlieren?

Manchmal wird Christen Angst eingejagt mit der Behauptung, man könne das Heil bzw. die Errettung auch wieder verlieren. Stimmt das? - "Schmarrn" sage ich dazu nur auf gut Boarisch! Wer sich einmal wirklich bekehrt hat, bleibt in alle Ewigkeit gerettet! Und zwar nicht, weil wir es verdient hätten, sondern allein aus Gnade und zur Ehre Gottes!

Tatsächlich ist das Thema Heilssicherheit innerhalb des Christentums heftig umstritten. Immer wieder stößt man z.B. in YouTube auf theologische Vorträge, in denen scheinbar schlüssig dargelegt wird, dass ein Erretteter seine Errettung doch wieder verlieren könne, wenn er nicht "höllisch" aufpasst, so als ginge es Gott darum, die Menschen "auszusieben" und nur die "Superfrommen" zu Sich in den Himmel zu lassen...

Wen solche Fragen quälen, der sollte sich einmal fragen, welches Gottesbild eigentlich hinter solch einer Theologie steckt und wer wohl daran interessiert sein könnte, Misstrauen gegenüber Gottes guten Absichten mit den Menschen und Zweifel an der Liebe und Güte Gottes in die Herzen der Menschen zu säen (als kleiner Tipp: 1.Mose 3,1; Offenbarung 12,9):

  • Ist Gott in erster Linie ein "Polizist und Richter", der nur darauf wartet, dass Menschen Fehler machen, um sie verurteilen und in die Hölle werfen zu können? - Oder ist Gott in erster Linie der liebende Retter, der nicht will, dass irgend jemand verloren geht (Matthäus 18,14; 1.Timotheus 2,4) und der alles daransetzt, Menschen vor dem ewigen Verderben zu retten und der sich auch selbst nicht zu schade war, dafür die Hölle durchzumachen (Philipper 2,8)?
  • Will Gott es den Menschen möglichst schwer machen, zu Ihm zu kommen, indem er ihnen alle möglichen Arten von (Prüf-/Stolper-)Steinen in den Weg legt in dem (Voraus-)Wissen, dass die meisten daran scheitern werden? - Oder hat er sichergestellt, dass die Menschen, die Ihn suchen, auch wirklich zu Ihm kommen können (Johannes 6,37)?
  • Hat Gott die Menschen vorsätzlich erschaffen in dem Wissen, dass die meisten von ihnen verlorengehen werden und nur ganz wenige gerettet werden und nimmt er dies bewusst in Kauf? - Oder hat Er die Menschen geschaffen, weil Er sie liebt und sie für immer bei Sich haben will, und hat deshalb sichergestellt, dass niemand verlorengehen wird, der Ihm auch nur den kleinen Finger entgegenstreckt?
  • Möchte Gott, dass Seine Kinder in ständiger Angst leben, am Ende doch noch verloren gehen zu können? - Oder möchte Er, dass sie schon jetzt die Freude eines Lebens mit Ihm genießen können (Johannes 15,11; Philipper 4,4), weil sie wissen, dass nichts und niemand (auch sie selbst nicht) sie aus Seiner Hand reißen kann (Johannes 10,28; Römer 8,38-39)?
  • Ist Gott böse und ist Ihm gegenüber eher Vorsicht und Misstrauen angebracht? - Oder ist Gott gut und kann man Ihm in allen Dingen völlig vertrauen, auch dass Er uns gegenüber grundsätzlich wohlgesonnen ist (Lukas 18,19; Titus 3,4-7)?
  • Oder zusammengefasst: Glauben wir "der Schlange" oder Gott?

Begründet wird die Möglichkeit des Heilsverlusts gerne mit Bibelversen wie z.B. diesem:

Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit, und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen!

Hebräer 6,4-6

William MacDonald kommentiert dazu:

Es wird nirgendwo eindeutig ausgesagt, dass diese Menschen wiedergeboren waren. Auch werden nirgendwo solche Grundlagen wie ein rettender Glaube, die Erlösung durch Christi Blut oder das ewige Leben erwähnt. Sie sind »einmal erleuchtet worden«. Sie hatten das Evangelium von der Gnade Gottes gehört. Sie waren sich über den Heilsweg nicht im Unklaren. [...] Sie haben »die himmlische Gabe geschmeckt«. Der Herr Jesus ist die himmlische Gabe. Sie haben ihn geschmeckt, doch ihn nie durch einen definitiven Glaubensakt angenommen. [...] Sie waren »des Heiligen Geistes teilhaftig geworden«. Ehe wir zu der Schlussfolgerung kommen, dass dies notwendigerweise eine Bekehrung einschließt, sollten wir uns daran erinnern, dass der Heilige Geist auch schon vor der Bekehrung an Menschen wirkt. [...] Er überführt Ungläubige von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht (Joh 16,8). Er führt Menschen zur Buße und weist sie auf Christus als ihre einzige Hoffnung hin. Menschen können so vom Heiligen Geist profitieren, ohne dass er in ihnen wohnt.

Quelle: William MacDonald: Kommentar zum Neuen Testament, Seite 1214f.

Die Menschen, um die es hier geht, hatten sich also nie wirklich bekehrt. Vielleicht standen sie "kurz davor", aber sie konnten sich nicht dazu überwinden, den letzten kleinen Schritt zu tun und eine klare Entscheidung zu treffen - so wie König Agrippa in Apostelgeschichte 26,28, der, nachdem Paulus ihm von seiner eigenen Bekehrung erzählt hatte, sagte: "Es fehlt nicht viel, und du überredest mich, dass ich ein Christ werde!".

Was eine echte Bekehrung kennzeichnet

Zu einer echten Bekehrung gehört, dass wir unsere absolute Verlorenheit Gott gegenüber erkennen. Dass uns klar geworden ist, dass wir so, wie wir sind - mit unserer verdorbenen, sündigen Natur -, vor dem absolut heiligen Gott niemals bestehen könnten und auch in der Ewigkeit keine Gemeinschaft mit Gott haben könnten. Dass wir erkannt haben, dass uns auch keine noch so "guten Taten" aus dieser Verlorenheit herausretten können, sondern dass wir einen Retter brauchen: Jesus Christus, den Sohn Gottes, der durch Seinen Tod am Kreuz und Seine Auferstehung sämtliche "juristischen Konsequenzen" aller unserer Sünden - vergangene, gegenwärtige und zukünftige - an unserer Stelle getragen hat, so dass wir nun vor Gott als unschuldig und gerecht dastehen:

...er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete.

Kolosser 2,14

Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch - Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.

Epheser 2,8-9

Einmal Kind Gottes, immer Kind Gottes!

Wenn wir das glauben und für uns persönlich in Anspruch nehmen, dann schenkt Gott uns einen neuen Geist - Seinen Geist. Jesus Christus nennt das "von neuem geboren werden" (Johannes 3,3) bzw. "aus Wasser und Geist geboren" (Johannes 3,5) und bezieht sich damit auf Hesekiel 36,25-27. Der Apostel Johannes drückt das so aus:

Allen aber, die ihn (Jesus Christus) aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Johannes 1,12-13

Durch diese geistliche "Neugeburt" werden wir also zu einem Kind Gottes und können Gott sogar mit "Papa" (aramäisch: Abba) anreden:

Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!

Römer 8,15

Das allein schon sollte die Frage beantworten, ob ein einmal Geretteter wieder verlorengehen kann bzw. ob er seine Errettung wieder verlieren kann: Nein, dies ist genauso unmöglich, wie wieder „ungeboren“ zu werden: Einmal Kind Gottes, immer Kind Gottes!

Die Errettung ist sicher!

Doch was ist, wenn wir unserem Vater gegenüber ungehorsam sind, wie das auch in den besten Familien vorkommt? Wenn wir weiter sündigen, nicht vergebungsbereit oder unbarmherzig sind (Matthäus 6,14-15; Matthäus 18,21-35) oder was auch immer? Dann tritt Jesus Christus für uns als Fürsprecher beim Vater ein:

Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

1.Johannes 2,1-2

Jesus Christus selbst stellt also sicher, dass die von Ihm erretteten Menschen nicht verlorengehen. Dies hat Er auch einmal anhand des Beispiels einer Schafherde mit Ihm als dem "guten Hirten" erklärt:

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.

Johannes 10,27-28

Jesus Christus, unser Retter, Fürsprecher und guter Hirte, wird uns bis zum Ende bewahren, und wenn wir dann einmal zusammen mit Jesus vor dem Vater stehen, kann uns niemand vor dem Vater wegen irgendwelcher Sünden verklagen:

...der euch auch fest machen wird bis ans Ende, sodass ihr unverklagbar seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus.

1.Korinther 1,8

Zwar kann sich ein Bekehrter wieder von Gott abwenden, aber die geistliche "Neugeburt" und somit die Errettung kann nicht rückgängig gemacht werden, denn das Siegel des Heiligen Geistes als "Eigentumsnachweis" bleibt erhalten bis zum Tag der Erlösung:

In ihm (Christus) seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt [1] worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Unterpfand [2] unseres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit.

Epheser 1,13-14

[1] Das Siegel war ein Zeichen des rechtmäßigen Eigentümers und ein Schutz vor dem Zugriff von Unbefugten.

[2] Das Unterpfand (Angeld) war eine Vorauszahlung, durch die der Geber sich zur Aushändigung der ganzen Summe bzw. zur Vertragserfüllung verpflichtete.

Als kleine Menschlein steht es gar nicht in unserer Macht, das Siegel des Heiligen Geistes wieder zu entfernen. Unsere Rettung und die Gotteskindschaft sind nicht unser Werk, sondern allein Gottes Werk. Wir sind Sein Eigentum - ein für alle Mal!

Freibrief zum Sündigen?

Heißt das jetzt, dass wir als Kinder Gottes einfach munter drauflos sündigen können? - Nein, natürlich nicht, denn wie in jeder Familie würde das unsere Gemeinschaft untereinander und mit Gott trüben und uns der mit dieser Gemeinschaft einhergehenden Freude berauben, von der Jesus hier spricht:

Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin. Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.

Johannes 15,9-11

Wenn wir also merken, dass unsere Beziehung zu Gott nicht mehr von Freude gekennzeichnet ist, dann sollten wir uns fragen, ob nicht ein bestimmtes Verhalten unsererseits der Grund dafür sein könnte, und uns damit vertrauensvoll an Gott wenden, um die Sache zu bereinigen:

Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

1.Johannes 1,9

Hier geht es übrigens nicht um die "juristische" Gerechtigkeit, denn diese hat Jesus bereits ein für allemal für uns am Kreuz erwirkt. Im gesamten Umfeld des obigen Verses geht es vielmehr um die Gemeinschaft innerhalb der "Familie Gottes" und die damit verbundene Freude:

Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.

1.Johannes 1,3-4

Belohnungen

Auch aus einem weiteren Grund ist es nicht egal, wie ein Kind Gottes lebt: Beim "Preisgericht" vor dem Richterstuhl Christi wird einmal unser gesamtes Leben, Denken, Reden und Tun bewertet und belohnt werden:

Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse.

2.Korinther 5,10

Dabei können Kinder Gottes durchaus auch den Verlust von Belohnungen erleiden - doch sie selbst werden für die Ewigkeit gerettet, wenn auch vielleicht nur mit knapper Not:

Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen; wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.

1.Korinther 3,14-15

Es lohnt sich also auf jeden Fall, ein Leben zu führen, das Gott ehrt! Denn die Belohnungen für diejenigen, die Gott lieben, werden unaussprechlich sein:

»Was kein Auge jemals sah, was kein Ohr jemals hörte und was sich kein Mensch vorstellen konnte, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.«

1.Korinther 2,9

Kind Gottes werden!

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