Wozu das alles?

Angesichts von Elend, Leid und Tod fragt man sich doch: Ist das wirklich die Welt, die Gott gewollt hat? Warum hat Er nicht eine perfekte Welt erschaffen, in der es das Schlechte und Böse gar nicht erst gibt, in der jeder einfach nur glücklich und zufrieden ist?
Gehen wir einen Schritt zurück und fragen: Wozu hat Gott überhaupt die Welt und uns Menschen geschaffen? Hatte Er Langeweile? Unwahrscheinlich, denn Ewigkeit ist nicht endlose Zeit, sondern zeitloses Sein. Brauchte er weitere Diener oder Arbeiter? Wohl kaum, denn Er hatte ja bereits Myriaden von Engeln, Cherubim und Serafim. - Nein, uns Menschen schuf Er nur aus einem einzigen Grund: Weil Gott überfließende Liebe ist und Er diese Liebe vermehren und mit jemand teilen will; mit einem Gegenüber, das Ihm ähnlich ist und das Ihn aus freien Stücken "zurückliebt".
Liebe aus freien Stücken erfordert jedoch einen freien Willen, besser gesagt, die Freiheit, sich für oder gegen den jeweils anderen zu entscheiden. Denn wenn wir nicht anders könnten als Gott zu lieben, wäre das ja keine echte Liebe, sondern lediglich ein programmiertes Verhalten. Also musste Gott Seinen Geschöpfen die Möglichkeit geben, Seine Liebe auch zurückzuweisen, sich von Ihm abzuwenden, Ihm zu misstrauen, gegen Ihn zu rebellieren, sowie die Fähigkeit, durch das Erleben der Konsequenzen dieser Rebellion von sich aus zu der Erkenntnis zu gelangen, dass nur Gott Selbst das geben kann und das ist, wonach es sich zu streben und wofür es sich zu leben lohnt. Darum hat Gott dem Menschen auch die Ewigkeit ins Herz gelegt - eine Ahnung oder ein inneres Wissen, dass er für mehr geschaffen ist, als diese Welt zu bieten hat, sowie eine durch nichts in der Welt zu stillende Sehnsucht, damit wir uns auf die Suche nach Ihm machen.
Die dem Menschen von Gott gegebene Entscheidungsfreiheit war also notwendig für dieses Vorhaben Gottes, und so kam es, wie es früher oder später einfach kommen musste: Der Mensch misstraute seinem Schöpfer, der doch nur Gutes für ihn im Sinn hat. Er rebellierte gegen Ihn, indem er der "Schlange" mehr glaubte als Gott und sich so von Gott entfremdete - mit allen schrecklichen Konsequenzen, die wir heute an der "gefallenen Schöpfung" erkennen. Die "Sünde" (=Trennung von Gott) und als Folge davon der Tod war in die Welt gekommen, und aus eigener Kraft war es dem Menschen nicht mehr möglich, sich Gott wieder anzunähern. Zu grundverschieden war die gefallene menschliche Natur von der absolut heiligen Natur Gottes.
Natürlich war der Sündenfall kein unvorhergesehener Unfall, sondern er wurde von Gott absichtlich mit "eingeplant" und vorausgesehen; ebenso wie die Tatsache, dass es dem Menschen aus eigener Kraft nicht möglich sein würde, sich wieder mit Gott zu versöhnen und zu Ihm zurückzufinden. Zwar war der Mensch durch sein Tun verantwortlich für seine missliche Lage, aber gleichzeitig war Gott quasi in der Pflicht, ihn da wieder herauszuholen, denn Er Selbst hatte ja alles so angelegt, dass es so kommen konnte. Und genau deshalb hat Gott auch von Anfang an eine "Rückführungsmission" in Seinen Schöpfungsplan implementiert: Er Selbst würde in Menschengestalt auf die Erde kommen und den Menschen den Weg zu Ihm zeigen und sie zu Ihm zurückbringen – immer unter Wahrung ihres freien Willens bzw. ihrer Entscheidungsfreiheit.
Dieser "Rückführer" ist der Sohn Gottes: Jesus Christus, die 2. Person der göttlichen Dreieinheit. Er hat durch Seinen Tod am Kreuz stellvertretend für uns alle "juristischen Konsequenzen" der Rebellion der Menschen gegen Gott getragen und die damit verbundene "Schuld" der Menschen vor Gott getilgt. Gott bietet nun jedem, der sich Seinem Sohn anvertraut, einen Platz im ewigen "Haus des Vaters" (der 1. Person der göttlichen Dreieinheit) an. Hierbei hilft ihnen der Heilige Geist (die 3. Person der göttlichen Dreieinheit), indem Er anstelle des "toten" menschlichen Geistes in den Menschen "einzieht" und ihn dadurch "lebendig" macht - zu einem neuen Menschen, zu einem Kind Gottes.
* * *
Bei all dem geht es Gott überhaupt nicht darum, Menschen irgendwie "auszusieben" und nur "die Guten" zu Ihm zu lassen, sondern Er möchte, dass wirklich alle Menschen zu Ihm finden können. Er hat es uns daher so leicht wie möglich gemacht, Teil der Familie Gottes zu werden und ewige Glückseligkeit zu erfahren durch die Gemeinschaft mit Ihm. Alles, was wir tun müssen, ist, "Ja" zu sagen, uns von der zerstörerischen Sünde zu distanzieren und Jesus als unseren Erlöser, Retter und Herrn anzunehmen. Man muss kein "Heiliger" sein, um zu Ihm zu kommen – im Gegenteil: Jesus hat sich immer „Sündern“ zugewandt. Heil und "Heilig" werden wir nicht aus eigener Kraft, sondern Gott heil(ig)t uns, d.h. Er macht uns mit Ihm "kompatibel" – wenn wir das wollen und zulassen.
Aber was ist mit den Menschen, die das Angebot Gottes kennen und nicht "Ja" zu Gott sagen? Diese sagen im Prinzip: "Nein, ich möchte ohne Gott leben. Ich brauche Gott nicht. Ich komme schon allein zurecht." Und obwohl es Gott unsagbar schmerzt, wird Er ihren Willen respektieren und sie ihrem frei gewählten Schicksal überlassen, auch in der Ewigkeit ohne Ihn zu leben - ein Zustand, der ihnen dann angesichts der Herrlichkeit, die sie hätten haben können, wie die "Hölle" vorkommen wird - eine ewig brennende, nun aber tatsächlich unerfüllbare Sehnsucht. Die Bibel beschreibt den Zustand des Menschen in der Ewigkeit als endgültig. Die Erkenntnis, das Beste abgelehnt zu haben, was ein Mensch überhaupt bekommen kann - ein Leben mit Gott - muss schrecklich sein. Aber soweit muss es ja nicht kommen, denn Gott nutzt alle Gelegenheiten, an unsere "Herzenstür" zu klopfen und um uns zu werben wie ein Bräutigam um seine Braut.
Und was ist mit Menschen, die noch nie von Gott oder von Jesus Christus gehört haben, weil sie in einer anderen Kultur aufgewachsen sind? Auch sie versucht Gott zu erreichen, und eigentlich ist es in unserer heutigen Informationsgesellschaft fast unmöglich, nicht auf christliche Inhalte zu stoßen und das Evangelium der Errettung aus Gnade durch Jesus Christus zu hören. Natürlich gibt es Grenzfälle - es gibt sicherlich noch vereinzelt abgeschottet lebende Völker, die keinen Zugang zu modernen Medien haben oder die eine exotische Sprache sprechen. Hier sagt Paulus, dass Menschen auch anhand der Schöpfung erkennen können, dass es einen Schöpfer gibt, und dass sie mit ihrem Gewissen erkennen können, was gut und was böse ist, und dass Gott sie daher nach ihrem Lebenswandel und nach ihren Taten beurteilen wird, die ein Ausdruck ihres Glaubens an diesen ihnen namentlich unbekannten Schöpfer sind.
Man mag einwenden und sich fragen, ob Gott nicht bewusst (oder vorsätzlich, oder "grob fahrlässig") eingeplant hat, dass ein gewisser Anteil von Menschen ihn ablehnen werden und als Folge dessen auf ewig von Ihm getrennt bleiben werden und dies als Leid erfahren werden. Wäre es da nicht besser gewesen, diese Menschen wären erst gar nicht geboren worden? Oder wenigstens, dass deren Existenz einfach aufhören würde, damit das Leid ein Ende hat? – Diese Fragen sind zutiefst menschlich und verständlich. Und dennoch glaube ich, dass wir die große Güte und Barmherzigkeit Gottes und Seine Möglichkeiten zur Umsetzung Seines Plans bei weitem unterschätzen. Ich bin sicher, dass Gott durch und durch gut ist und in jedem einzelnen Fall barmherzig und gerecht urteilen wird. Jeder Mensch bekommt, solange er lebt, immer wieder die Möglichkeit, "Ja" zu Gott zu sagen; niemand endet versehentlich oder unabsichtlich in der ewigen Gottesferne (der sogenannten "Hölle"), sondern nur Menschen, die das tatsächlich wollen – und wer, der auch nur einigermaßen bei klarem Verstand ist, kann das schon ernsthaft wollen? Eigentlich niemand.
* * *
Und das ganze Leid dieser Welt, das uns jetzt noch so überwältigend groß erscheint? Das ist anscheinend ein "notwendiges Übel", das aber angesichts der uns erwartenden Herrlichkeit verblassen und schließlich enden wird:
»Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt; und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.«
Paulus in Römer 8,18-23 (Übersetzung: Schlachter 2000)
Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: »Siehe, ich mache alles neu!« Und er sprach zu mir: »Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!«
Johannes in Offenbarung 21,4-5 (Übersetzung: Schlachter 2000)
Diese hoffnungsvolle Verheißung Gottes gilt allen, die Gottes Einladung annehmen und sich Jesus Christus anvertrauen. Und weil das in unseren Ohren so „unglaublich“ klingt, gibt Gott uns manchmal glaubensstärkende Bestätigungen, wie zum Beispiel Symbole auf einem „ganz besonderen Kieselstein“...
Quelle:
Stand: 22.09.2026 03:59:19