Wozu das alles?

Schaut man sich die Welt mit all ihren Irrungen und Wirrungen, dem milliardenfachen Leid und dem himmelschreienden Unrecht an, so kann man sich schon die Frage stellen: Ist das wirklich alles nötig? – Wozu das alles?
Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.
– Römer 8,18 –
Wozu hat Gott eigentlich die Welt und uns Menschen geschaffen? Wohl kaum, weil Er weitere Diener oder Arbeiter brauchte, denn hierzu hatte Er ja bereits Myriaden von Engeln, Cherubim und Serafim. - Nein, uns Menschen schuf Er nur aus einem einzigen Grund: Als ein Ihm ähnliches Gegenüber, mit dem Er Seine Liebe teilen kann, und das Ihn aus freien Stücken "zurückliebt".
Liebe aus freien Stücken erfordert einen freien Willen, besser gesagt, die Freiheit, sich für oder gegen Gott zu entscheiden; daher hat Gott in Seine Schöpfung die Möglichkeit implementiert, gegen Ihn zu rebellieren und sich von Ihm abzuwenden, einschließlich der Möglichkeit, durch das Erleben der Konsequenzen dieser Rebellion von sich aus zu der Erkenntnis zu gelangen, dass nur Gott Selbst das geben kann und das ist, wonach es sich zu streben und wofür es sich zu leben lohnt. Darum hat Gott dem Menschen auch die Ewigkeit ins Herz gelegt - eine Ahnung oder ein inneres Wissen, dass er für mehr geschaffen ist, als diese Welt zu bieten hat, sowie eine durch nichts in der Welt zu stillende Sehnsucht, damit wir uns auf die Suche nach Ihm machen.
Die dem Menschen von Gotte gegebene Entscheidungsfreiheit ist also einerseits notwendig, hatte aber andererseits gravierende Folgen, denn es war nur eine Frage der Zeit, bis der Mensch von dieser Entscheidungsfreiheit auch tatsächlich Gebrauch machen würde. Und so kam es dann auch, wie es unweigerlich kommen musste: Der Mensch misstraute seinem Schöpfer, der nur Gutes für ihn im Sinn hatte. Er rebellierte gegen Ihn, indem er der "Schlange" mehr glaubte als Gott und sich so von Gott entfremdete - mit allen schrecklichen Konsequenzen, die wir heute an der "gefallenen Schöpfung" erkennen. Die "Sünde" (=Trennung von Gott) war in die Welt gekommen, und aus eigener Kraft war es dem Menschen nicht mehr möglich, sich Gott anzunähern. Zu grundverschieden war die gefallene menschliche Natur von der absolut heiligen Natur Gottes.
Natürlich war der Sündenfall kein unvorhergesehener Unfall, sondern er wurde von Gott mit "eingeplant" und vorausgesehen; ebenso wie die Tatsache, dass es dem Menschen aus eigener Kraft nicht möglich sein würde, sich wieder mit Gott zu versöhnen und zu Ihm zurückzufinden. Und genau deshalb hat Gott auch gleich einen "Rückführungsplan" mit in Seinen Schöpfungsplan implementiert: Er Selbst würde in Menschengestalt auf die Erde kommen und den Menschen den Weg zu Ihm zeigen. Dieser "Rückführer" ist Sein Sohn Jesus Christus, die 2. Person der göttlichen Dreieinheit. Er hat alle "juristischen Konsequenzen" der Rebellion der Menschen gegen Gott getragen und die damit verbundene "Schuld" vor Gott getilgt und bietet nun jedem, der sich Ihm anvertraut, einen Platz im ewigen "Haus des Vaters" (der 1. Person der göttlichen Dreieinheit) an. Hierbei hilft ihnen der Heilige Geist (die 3. Person der göttlichen Dreieinheit), indem Er anstelle des "toten" menschlichen Geistes in den Menschen "einzieht" und ihn dadurch "lebendig" macht - zu einem neuen Menschen, zu einem Kind Gottes.

Bei all dem geht es Gott überhaupt nicht darum, Menschen irgendwie "auszusieben" und nur "die Guten" zu Ihm zu lassen, sondern Er möchte, dass wirklich alle Menschen zu Ihm finden können. Er hat es uns daher so leicht wie möglich gemacht, Teil der Familie Gottes zu werden und ewige Glückseligkeit zu erfahren durch die Gemeinschaft mit Ihm. Alles, was wir tun müssen, ist, "Ja" zu sagen, uns von der Sünde gegen Gott zu distanzieren und Jesus als unseren Erlöser, Retter und Herrn anzunehmen.
Aber was ist mit den Menschen, die das Angebot Gottes kennen und nicht "Ja" zu Gott sagen? Diese sagen im Prinzip: "Nein, ich möchte ohne Gott leben. Ich brauche Gott nicht. Ich komme schon allein zurecht." Und obwohl es Gott unsagbar schmerzt, wird Er ihren Willen respektieren und sie ihrem frei gewählten Schicksal überlassen, auch in der Ewigkeit ohne Ihn zu leben - ein Zustand, der ihnen dann angesichts der Herrlichkeit, die sie hätten haben können, wie die "Hölle" vorkommen wird - eine ewig brennende, nun aber tatsächlich unerfüllbare Sehnsucht. Die Bibel beschreibt den Zustand des Menschen in der Ewigkeit als endgültig. Die Erkenntnis, das Beste abgelehnt zu haben, was ein Mensch überhaupt bekommen kann - ein Leben mit Gott - muss schrecklich sein. Aber soweit muss es ja nicht kommen, denn Gott nutzt alle Gelegenheiten, an unsere "Herzenstür" zu klopfen und um uns zu werben wie ein Bräutigam um seine Braut.
Und was ist mit Menschen, die noch nie von Gott oder von Jesus Christus gehört haben, weil sie in einer anderen Kultur aufgewachsen sind? Auch sie versucht Gott zu erreichen, und eigentlich ist es in unserer heutigen Informationsgesellschaft fast unmöglich, nicht auf christliche Inhalte zu stoßen und das Evangelium der Errettung aus Gnade durch Jesus Christus zu hören. Natürlich gibt es Grenzfälle - es gibt sicherlich noch vereinzelt abgeschottet lebende Völker, die keinen Zugang zu modernen Medien haben oder die eine exotische Sprache sprechen. Hier sagt Paulus, dass Menschen auch anhand der Schöpfung erkennen können, dass es einen Schöpfer gibt, und dass sie mit ihrem Gewissen erkennen können, was gut und was böse ist, und dass Gott sie daher nach ihrem Lebenswandel und nach ihren Taten beurteilen wird, die ein Ausdruck ihres Glaubens an diesen ihnen namentlich unbekannten Schöpfer sind.
Gott wird in jedem Fall barmherzig und gerecht urteilen. Es wird niemand von Gott getrennt bleiben, der das nicht explizit möchte, indem er Ihn bewusst ablehnt oder ignoriert.
Und das ganze Leid dieser Welt, das uns jetzt noch so überwältigend groß erscheint? Das ist anscheinend ein "notwendiges Übel", das aber angesichts der uns erwartenden Herrlichkeit verblassen und schließlich enden wird:
»Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt; und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.«
Paulus in Römer 8,18-23 (Übersetzung: Schlachter 2000)
Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: »Siehe, ich mache alles neu!« Und er sprach zu mir: »Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!«
Johannes in Offenbarung 21,4-5 (Übersetzung: Schlachter 2000)
Quelle:
Stand: 17.09.2026 04:51:16