Gott­sucher

Be- und Erkenntnisse eines Spätbekehrten

Zur Freiheit befreit

Adventisten halten das Einhalten des Ruhetags am Samstag für heilsnotwendig. Ist das wirklich so? – Wie gut, dass die Bibel hier Klarheit schafft! Und wie gut, wenn einen Gott auch noch „mit der Nase draufstößt“...

Heute lag ein christlich anmutender Flyer in meinem Briefkasten – diemal ausnahmsweise mal nicht von den „Zeugen Jehovas“. Anscheinend wurde er hier großräumig verteilt. Inhaltlich geht es darin um die bevorstehende Endzeit und den Aufruf zur Umkehr, was ja an sich richtig ist. Was mich aber "stutzig" gemacht hat, war die mehrfache Hervorhebung des Sabbatgebotes – ein typischer Lehrinhalt der Siebenten-Tags-Adventisten (STA), einer christlichen Sondergemeinschaft, die im im 19. Jahrhundert entstanden ist und aus der später die Zeugen Jehovas hervorgegangen sind, nachdem sich die von der "Prophetin" Ellen G. White für das Jahr 1844 angekündigte Wiederkunft Jesu Christi wider Erwarten nicht ereignet hatte. Und tatsächlich: Wenn man den angegebenen QR-Codes folgt, landet man auf Projekt 7, einer von Adventisten betriebenen Webseite.

Während die "Zeugen Jehovas" eigentlich nicht als Christen zu bezeichnen sind, weil sie die Gottheit Jesu ablehnen, kann man das von den Adventisten schon sagen. Allerdings vertreten sie eben die m.E. falsche Lehre vom Sabbatgebot, indem sie behaupten, dass der wöchentliche Ruhetag unbedingt am Samstag, also am 7. Wochentag nach dem jüdichen Kalender, einzuhalten sei, und nicht am Sonntag, wie es später in Europa eingeführt wurde. Dies sei eine Art "Prüfstein", ob jemand Gott oder dem Antichtisten gehorsam ist, und an dem sich entscheidet, ob jemand im Endgericht besteht oder nicht. Sie begründen ihre Sicht gerne damit, dass für Christen alle 10 Gebote gelten würden, also auch das 4. Gebot (Sabbatgebot). Allerdings ist das Sabbatgebot das einzige, das im NT nicht zitiert wird, während die anderen Gebote, etwa "nicht stehlen", "kein falsches Zeugnis geben", "nicht morden" etc., durchaus genannt werden.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Jeder ist frei, den Ruhetag am Samstag zu begehen oder an irgend einem anderen Tag, wenn es z.B. die Schichtarbeit nicht anders erlaubt. Aber es braucht sich niemand ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn es eben nicht der Samstag ist, wie von den Adventisten gefordert.

Ich halte das Sabbatgebot in der von den Adventisten vertretenen Form für eine Irrlehre, die (vermutlich) der "Feind" in die Welt gesetzt hat, um die Gläubigen der Endzeit zu verunsichern oder - schlimmer noch - vom wahren Evangelium wegzubringen. Die Adventisten argumentieren jedoch genauso, was die Verwirrung nur verschlimmert. Wie gut, dass die Bibel hier Klarheit schafft! Als nämlich im 1. Jahrhundert das Evangelium auch zu den "Heiden" (d.h. zu den nichtjüdischen Menschen) kam, sind die Apostel darin übereingekommen, es den nichtjüdischen Gläubigen nicht unnötig schwer zu machen, indem ihnen die Einhaltung jüdischer Riten und Gebräuche wie die Beschneidung oder Einhaltung der Mosaischen Gesetze auferlegt werden, woran schon sie selbst und ihre Vorfahren gescheitert waren:

Weshalb versucht ihr denn jetzt Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten?

– Apostelgeschichte 15,10 –

Sie beschlossen deshalb:

Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll, sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten.

– Apostelgeschichte 15,19-20 –

Dies teilten sie den Gemeinden per Brief mit:

Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen, dass ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht.

– Apostelgeschichte 15,28-29 –

Dass dieselbe Passage gleich zweimal zitiert wird, deutet schon die Wichtigkeit an.

Bestätigung von Gott

Als ich heute den Adventisten-Flyer im Briefkasten fand, erinnerte ich mich auch gleich wieder an den Vers, den R. und ich dieses Jahr als "Geburtstagslosung" erhielten:

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

– Galater 5,1 –

Dass wir beide dieses Jahr dieselbe "Geburtstagslosung" haben (sie als Lehrtext zur Tageslosung für den 19. Juni; ich als Monatsspruch für den Oktober 2026, der im Losungsbuch direkt über dem 1. Oktober steht), das allein ist ja schon erstaunlich genug. Als wir das Ende letzten Jahres entdeckten, waren wir darüber auch sehr erfreut; dennoch habe ich mich seither immer wieder gefragt, ob dieser Vers über einen allgemeinen Zuspruch hinaus noch eine "spezielle" Bedeutung haben könnte.

Ergänzend kommt auch noch hinzu, dass es in der Ökumenischen Bibellese gerade um den Galaterbrief geht, der genau dieses Thema behandelt: Wer der Errettung allein aus Gnade noch etwas hinzufügt, macht das Evangelium für sich selbst unwirksam!

Jetzt, im Zusammenhang mit dem Adventisten-Flyer, bekommt all das nun auf einmal einen ganz neuen Sinn: Wer von neuem geboren ist (➔Geburtstagslosung!), ist frei von aller Knechtschaft, auch von der Knechtschaft religiöser Vorschriften:

Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.

– Johannes 8,36 –

Das einzige "Joch", das wir uns auferlegen lassen sollen, ist das "Joch Jesu", das jedoch leicht ist, weil Er die Hauptlast schon getragen hat, nämlich als Er für uns und all unsere Verfehlungen am Kreuz starb:

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

– Matthäus 11,28-30 –


🙏🏻Danke Jesus, dass Du mir und den Lesern dieser Seite das nochmal so deutlich offenbarst!

Hinweis: Eigentlich kritisiere ich nicht gerne andere Glaubensgemeinschaften, aber wenn falsche Lehren im christlichen Gewand daherkommen, die dazu führen können, Menschen vom wahren Evangelium der Gnade abzubringen, dann sehe ich mich in der Pflicht, darauf hinzuweisen. Auch den Aposteln und vor allem Paulus war das immer sehr wichtig. Gerade im Galaterbrief wird er sogar "fuchsteufelswild" über die "verpeilten Galater"...😁

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Stand: 06.10.2026 22:25:40