A Walk in the Park

A Walk in the Park

Wenn Träume wahr werden: Normalerweise spricht Gott ja eher selten durch Träume zu mir, aber hier hatte ich schon diesen Eindruck…

Dienstag, 23. November 2021

Am ersten Sonntag im November trafen sich 8 Mädels und Jungs zu einem Spaziergang im Münchner Westpark und anschließendem Chillen im neuen „Gemeinde-Wohnzimmer“. Ich kannte den Westpark vorher noch nicht und war daher neugierig und ging mit. Durch die herbstlich-sonnigen Farben und den weiß-blauen Himmel wirkte alles wie aus einem Fotokalender:

Auch einige asiatische Elemente wie z.B. ein ins Wasser gebauter Thai-Tempel mit einer überlebensgroßen, stehenden Buddha-Statue sind in den Park integriert:

Der „Götzendienst“

Beim Anblick der Figur sagte ich scherzhaft und „demonstrativ verächtlich“ so etwas wie „eine Götzenfigur…“ und war daher angenehm überrascht, als ich in der Nähe, auf der anderen Seite des Weges schräg gegenüber von dem „Götzentempel“, einen christlichen Gottesdienst zu sehen glaubte. Dort standen einige Leute auf dem Rasen und sangen Lieder, und auch ein Kreuz meinte ich dort aus der Entfernung gesehen zu haben. „Oh guckt mal“, meinte ich zu den anderen, „die feiern da bestimmt einen Gottesdienst!“ Doch als wir näherkamen, stellte sich die Veranstaltung eher als ein „Götzendienst“ heraus. Einige der Leute saßen auf dem Boden in Meditationshaltung (Lotussitz) und sagten etwas von Licht und Liebe, die Lieder klangen wie Mantras, dazu spielte indische Musik, und das „Kreuz“ konnte ich auch nicht mehr sehen, es muss wohl eine optische Täuschung (?) gewesen sein…

Während des Parkspaziergangs fragte ich mich, warum es denn die Vertreter der „anderen Seite“ schaffen, in der Öffentlichkeit präsent zu sein, Christen aber nicht. Christen sollten öffentlich viel mehr „sichtbar“ sein! Wir sollten uns den Raum, die Stadt, das Land „zurückerobern“ und es nicht länger dem „Feind“ überlassen! Wir Christen sollten nicht nur innerhalb unserer Gemäuer Gemeinschaft leben, sondern auch nach außen hin „Licht und Salz“ sein (Mt 5,13-16), d.h. in der Welt sichtbar sein und darin einen Unterscheid machen. Dazu müssen wir uns zusammentun, denn die wenigsten Menschen sind „Einzelkämpfer“ – ich jedenfalls nicht! Und nicht umsonst hat Gott ja das Modell der Gemeinde „erfunden“ (deren oberste Aufgabe übrigens Jüngerschaft ist (Mt 28,19-20), aber das ist ein anderes Thema…)

Auf dem Rückweg unseres „Walk in the Park“ kamen wir nochmal an dem „Götzendienst“ vorbei, und irgendwie konnte ich es nicht lassen, laut zu singen: „Kööö-nig-lich / straaahlt Dein Licht / Du bist eee-wig-lich / niemand komnmt dir gleich …“ (Anfang des Liedes „Mittelpunkt“). Die anderen fanden das wohl amüsant, hatten aber leider keine Lust, mit einzustimmen. 🙂 Trotzdem: Wenn ich alleine dagewesen wäre, hätte ich mich wohl nicht getraut – in Gemeinschaft fühlt man sich eben mutiger als als „Einzelkämpfer“.

Die Idee …

Das hat mich auf eine Idee gebracht: Per E-Mail schlug ich am nächsten Tag vor, wir sollten unbedingt nochmal alle zusammen (und vielleicht noch ein paar mehr) da hingehen und ein „Gegenprogramm“ machen – durchaus auch in akustischer Reichweite zu den „anderen“ – IHN großmachen und für Erweckung beten, „bewaffnet“ mit Gitarre und unseren Stimmen.

Die Resonanz ist leider etwas verhaltener ausgefallen, als ich mir gewünscht hätte: Statt „gegen etwas anderes ansingen“, könnten wir ja „bei wärmeren Temperaturen einfach mal einen Sonntag als Gruppe im Westpark verbringen und eben unser Programm oder Loppreis leben“. Ja genau, so in etwa meinte ich das auch: Einfach mal hingehen und uns leiten lassen! Aber warum erst bis nächstes Jahr warten, wenn es wieder wärmer wird?

Vielleicht hatte ich mich auch mit Begriffen wie „Gegenprogramm“ und „bewaffnet“ etwas zu „martialisch“ ausgedrückt – dies tat ich zwar mit einem gewissen Augenzwinkern, aber durchaus mit einem realen Hintergedanken, denn in der Tat tobt „hinter der Kullissen“ ein geistlicher Kampf:

„Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt.“

(Eph 6,12)

Ich schrieb daher zurück:

„Bei meinem Vorschlag dachte ich weniger an „gegen etwas ansingen“, sondern den Vorbeigehenden eine bessere Alternative aufzuzeigen. Letztlich ist es aber schon ein „Kampf“, nämlich der zwischen Licht und Finsternis, Gut und Böse, Gott und Satan – die Bibel ist ja voll davon. Allerdings wird dieser Kampf nicht mit menschlichen Mitteln ausgetragen, sondern mit geistlichen („Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist!, spricht der HERR der Heerscharen.“; Sacharja 4,6). Letztlich hat Jesus den Feind bereits entwaffnet; die einzigen Mittel, die er jetzt noch besitzt, sind Lüge und Verführung.

Zwei Träume

Als ich beim Schreiben der Antwortmail den Bibelvers Sacharja 4,6 auf der Festplatte meines PC suchte (ich wusste, dass ich ihn schonmal irgendwo in diesem Blog zitiert hatte), fand ich „zufällig“ die Aufzeichnung zweier Träume vom 29.05.2021 wieder (1/2 Jahr alt). An die hatte ich schon gar nicht mehr gedacht. Umso erstaunter war ich nun beim erneuten Durchlesen, wie gut sie inhaltlich auf die soeben erlebten Situationen passten:

Traum 1 bezieht sich auf die Parkgeschichte vom Vortag und den „Götzendienst“:

Der „Hare-Krishna-Gottesdienst“
Traum 1 vom 29.05.2021

„Ich bin in einem Park mit einem See und suche ein stilles Plätzchen, um mit Gott allein zu sein. Ein Stück weiter rechts am Seeufer sehe ich eine schöne Stelle und will da hingehen. Da höre ich aus der Ferne „Hare Krishna“-Gesänge, kann jedoch niemanden sehen. Als ich an der schönen Stelle am Seeufer ankomme, sehe ich, wie eine größere Gruppe von „Hare Krishna“-Anhängern singenderweise an dieser Stelle ankommt und sie „in Beschlag nimmt“, um – wie sie sagen – einen „Gottesdienst“ zu feiern. Die meinen wohl „Götzendienst“, denke ich etwas verächtlich, und gehe weiter, um mir eine andere Stelle zu suchen. Ich finde aber keine und gehe etwas ziellos durch den Park. […]“

Traum 2 ist schon ein wenig skurril und bezieht sich auf das, was ich nur wenige Minuten zuvor in der E-Mail über den Feind geschrieben hatte, nämlich dass Jesus ihn bereits besiegt und entwaffnet hat und die einzigen ihm noch verbliebenen Mittel Lüge und Verführung sind:

Der kraftlose Dämon
Traum 2 vom 29.05.2021

„Mit Hilfe meines JavaScript-Fraktalgrafikgenerators habe ich eine interessante Struktur entdeckt, die symmetrisch aussieht und irgendwie „lebendig“ wirkt. Ich zeige sie jemandem und vergrößere sie. Dabei kommt eine „Fratze“ zum Vorschein, die mich an einen Dämon erinnert. Durch Anpassung diverser Parameter und der Farben wird diese Struktur deutlicher. Schließlich wird der Dämon sogar „lebendig“, beginnt zu sprechen und zeigt dabei auch Emotionen. Ich bin fasziniert davon, dass es technisch möglich ist, so etwas mit Hilfe einer einfachen Software zu sichtbar zu machen. Der Dämon ist hauptsächlich rot und hat durchaus eine gewisse Ästhetik. Er ist nicht wirklich furchteinflößend, denn er ist ja nur ein Bild, das keine wirkliche Macht hat, aber ich weiß, dass man ihm nicht auf den Leim gehen und sich von seinem Gerede „einwickeln“ lassen darf. Er ist davon überzeugt, „die Wahrheit“ gefunden zu haben und auf dem richtigen Weg zu sein. Aber je mehr er redet, umso klarer wird auch ihm, dass er eigentlich verloren ist und es für ihn keine Rettung gibt. Er wird immer schwächer und kraftlos, muss sich hinlegen und kann sich schließlich gar nicht mehr bewegen und sprechen. Wir preisen Jesus dafür, dass er den Tod, den Teufel und seine Dämonen besiegt hat und wir vor ihnen keine Angst zu haben brauchen. Sie sind wie Bilder, die keine wirkliche Macht haben, außer dass sie uns beeinflussen können, wenn wir uns auf sie einlassen.“

Jetzt frage ich mich, ob diese beiden Träume, mit denen ich zum damaligen Zeitpunkt nicht viel anfangen konnte und sie daher „zu den Akten gelegt“ hatte, vielleicht „prophetisch“ waren und Gott mir dadurch etwas sagen will. An einen „Zufall“ glaube ich nicht – vor allem, da es ja gleich zwei ziemlich verschiedene Träume aus derselben Nacht waren, die sich dann ein halbes Jahr später gemeinsam realisiert haben. Auch dass ich meine Aufzeichnungen dazu nach einem halben Jahr überhaupt „wiederentdeckt“ hatte – und zwar ohne danach gesucht zu haben! – scheint mir irgendwie „geführt“ zu sein, denn hätte ich nicht erst am Tag zuvor meine Hauptdomain auf SSL (https) umgestellt, wodurch mein Blog in Mitleidenschaft gezogen wurde und vorübergehend nicht erreichbar war, dann hätte ich den dort zitierten Bibelvers Sacharja 4,6 nicht auf meiner Festplatte gesucht und wäre folglich nicht auf die Traum-Notizen gestoßen, die im selben Verzeichnis wie die Notizen zu meinen Blog-Beiträgen liegen…

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie Gott es „managt“, hinter den Kullissen der Realität alle möglichen Fäden zu ziehen, damit am Ende ein Ergebnis herauskommt, das uns nur staunen lässt! Ich denke, er macht das, a) weil er es kann, b) weil es ihm Spaß macht und c) um auch uns dadurch zu erfreuen und unsere Zweifel zu zerstreuen, dass es tatsächlich er ist, der das alles bewirkt und der letztlich alles in seiner Hand hält.

Update/Einschub vom 12.06.2022: Mittlerweile wurde mir der prophetische Charakter der beiden Träume vom 29.05.2021 durch ein weiteres „Zeichen“ bestätigt: Heute fiel mir nämlich auf, dass das erste „Worship im Park“ auf den Tag genau 1 Jahr nach den beiden Träumen stattfand, nämlich am 29.05.2022! Dies war von mir weder so geplant noch beabsichtigt gewesen, sondern es fiel mir erst heute, zwei Wochen später, auf. Eine solche Bestätigung einer Prophetie exakt 1 Jahr später hatte ich in einem anderen Zusammenhang schon einmal erlebt. Für mich ist das ein deutliches Zeichen und eine zusätzliche Bestätigung, dass Beides – die Träume und die Idee zu „Worship im Park“ – von Gott kommt, dass er dahintersteht und dass es ihm am Herzen liegt, hier durch uns etwas zu tun.

Was will Gott mir sagen?

Ich denke, Gott will mir dadurch zu verstehen geben, dass die Idee, dass wir als Christen unser Territorium „zurückerobern“ sollten, um das Reich Gottes auf die Erde zu bringen, von ihm stammt, und dass wenn wir uns dafür in seinem Namen zusammentun und aktiv werden, er sich zu uns stellt und uns mit seinem „unsichtbaren Heer“ (2.Könige 6,15-18) zur Seite steht.

Ich stelle mir das so vor, dass wir im Park mit einer größeren Gruppe Lobpreis machen, und wenn Menschen stehenbleiben, mit ihnen zwanglos ins Gespräch kommen können und vielleicht auch für sie beten. Das wäre für mich auch wesentlich unverkrampfter als dieses „Evangelisation Explosiv“-Training, das wir letztes Jahr in Haar gemacht haben, wo wir jeweils zu zweit auf der Straße standen und Leute „anquatschten“ und sie anhand eines vorgegebenen Gesprächsleitfadens in ein Gespräch „verwickelten“. Ehrlich: Ich fühlte mich äußerst unwohl dabei und kam mir fast vor wie die „Zeugen Jehovas“ oder wie ein Vertreter, der Eskimos Kühlschränke verkaufen soll… 😉

Ich finde, Christen sollten nicht Menschen etwas „aufschwatzen“, das sie gar nicht haben wollen, weil sie mit sich und ihrem Leben schon zufrieden sind (so sagten es uns jedenfalls die meisten der Angesprochenen in Haar), sondern umgekehrt: Menschen sollten Christen sehen und begeistert sein und sagen: „Was der/die hat, das will ich auch haben!“ Das geht nur, indem sie selbst auch das ausstrahlen, was in ihnen ist: Der Heilige Geist, der das Leben selbst ist und dessen Früchte u.a. Liebe, Freude und Friede ist (um nur die ersten drei nach Gal 5,22 zu nennen). Auch Jesus und Paulus konnten die Menschen ihrer Zeit nicht durch Worte allein begeistern, und die Urgemeinden wären nicht so schnell angewachsen, wenn Christsein und Jesus nachzufolgen nicht etwas ungemein Anziehendes gehabt hätte. Paulus hat es an mehreren Stellen im Neuen Testament so ausgedrückt:

„Unser Evangelium erging an euch nicht im Wort allein, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in großer Gewissheit.“

(1.Thes 1,5)

„Meine Rede und meine Predigt ⟨bestand⟩ nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruht.“

(1.Kor 2,4-5)

Diese Kraft, von der Paulus hier spricht, ist nicht irgend etwas Diffuses, Ungreifbares, rein Geistliches. Im Griechischen steht hier „dynamis“ – davon leitet sich das Wort „Dynamit“ ab. Die Kraft Gottes ist also richtige Power, die nicht zu ignorieren ist! Das Wort „dynamis“ wird im NT mit Kraft (67x), Macht (27x) oder Wunderwerk (16x) übersetzt (Quelle).

Jesu und Paulus‘ Predigten und auch die der anderen Apostel wurden also immer auch von Zeichen und Wundern begleitet, meistens Heilungen – und genau das hat Jesus seinen Jüngern schließlich auch versprochen:

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe.“

(Joh 14,12)

„Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“

(Mk 16,17-18)

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