Den Heiligen Geist fließen lassen

Den Heiligen Geist fließen lassen

Verschiedene Koinzidenzen um Pfingsten herum.

Sonntag, 28. Mai 2023

In der Nacht auf Pfingstsonntag träumte ich von „Wasserlecks“ in der Wohnung, die ich verzweifelt versuche zu stoppen / zu unterbinden, weil ich Angst vor Überschwemmung habe. Gleich von mehreren Stellen an der Zimmerdecke kommt Wasser und ich versuche, die Sturzfluten irgendwie mit Eimern aufzufangen. Oder aus einem Wasserglas fließt von selbst eine Flüssigkeit nach oben über den Rand hinaus auf die Küchenplatte, ähnlich wie bei einem Schlauch, mit dem man eine Flüssigkeit ansaugt und dann nach unten abfließen lässt – nur eben ohne Schlauch, was physikalisch eigentlich unmöglich ist. Irgendwie gelingt es mir, die Wasserströme unter Kontrolle zu bringen und ich bin erleichtert…

Beim Frühstück frage ich mich, ob der Traum vielleicht von Gott war, denn Wasser ist ja bekanntlich ein Symbol für den Heiligen Geist. Will er mir so vielleicht sagen, dass ich den Heiligen Geist, der ja in mir ist, durch meine Angst vor Kontrollverlust am freien Fließen hindere? – Dieser Eindruck wird mir kurz darauf bestätigt: In einer Pfingstpredigt sagt der Prediger sinngemäß: „Angst hält Ströme lebendigen Wassers zurück, hält den Heiligen Geist zurück.“ – Zitat:

Ich muss noch etwas sagen, weil’s mich so begeistert: Heute in der Vorbereitung kam nochmal das Bild, dass hier von der Leinwand her […] eine riesige Welle, ein Strom lebendigen Wassers [kommt]. Und das war wie noch zurückgehalten, da war eine Membran da. Und dann haben wir gebetet, haben gesagt: Okay, der Geist hat uns gezeigt, diese Membran, das ist wie Angst. Angst hält Ströme lebendigen Wassers zurück, hält den Heiligen Geist zurück.

Quelle: Bernd Veenhues am 28.05.2023 in seiner Predigt „Die Verheißung empfangen

Wow, dachte ich, dass passt ja! Hatte wieder mal Gott zu mir gesprochen durch diesen Traum und die anschließende „Koinzidenz“? Denn eigentlich hatte ich an diesem Morgen gar nicht vorgehabt, mir eine Predigt auf YouTube anzusehen, aber als ich mein Handy entsperrte, war dort noch vom letzten Abend die YouTube-App geöffnet, und das erste vorgeschlagene Video war eben der gerade erst begonnene Livestream dieser Predigt…

Tja, da ist sicher etwas dran: Ich bin schon ein Mensch, der gerne die Kontrolle über sein Leben behält, der ungern etwas „dem Zufall“ überlässt. Weil ich immer alleine gelebt habe und niemanden habe, der für mich „mitdenkt“, bin ich es nun mal gewohnt, alles selbst zu organisieren und genau zu planen. Da passt es einfach nicht ins Konzept, jemand anderem die Kontrolle zu überlassen. Aber genau das will Gott in unserem Leben: Die Kontrolle übernehmen. Der Heilige Geist will Raum in uns und in unserem Leben gewinnen – und dazu gehört Vertrauen. Als Christ vertraue ich natürlich in die vollkommene Güte Gottes, aber das sagt sich so leicht! Es ist auf jeden Fall ein Lernprozess! Aufgrund negativer Erfahrungen aus der Vergangenheit gibt es in mir (und wohl auch bei anderen) sicher noch viele Ängste und Unsicherheiten, die uns teils vielleicht auch unbewusst sind, die jedoch unser Verhalten bestimmen und uns begrenzen. Und genau da will uns der Heilige Geist helfen, uns zu verändern.

Weiter sagt Bernd Veenhues:

Und dann haben wir diese Angst gebrochen im Gebet. Und jetzt hat der Heilige Geist die Möglichkeit, hier hineinzufließen! […] Bist du bereit dazu, dass dich der Heilige Geist komplett übernimmt? Dass du „auf Tauchstation“ gehst? Im Heiligen Geist komplett „eingetauft“ wirst? Jesus hat zu seinen Jüngern gesagt: „Johannes hat euch mit Wasser getauft, aber ich taufe euch mit dem Heiligen Geist.“ [Lk 3,16; Apg 1,5] Taufen heißt „baptizo“ – untertauchen, komplett eintauchen in den Heiligen Geist. Der Heillige Geist will dein Leben übernehmen!“

Das Lied „Schaffe Raum“ am Ende des Gottesdienstes bringt das nochmal schön zum Ausdruck:

Vor dir leg ich alles hin, was mich quält und was ich bin. Alles geb ich dir, Herr!
Vor dir leg ich alles hin, was den Frieden von mir nimmt. Alles geb ich dir, Herr!
Ich schaffe Raum für dich! Tu was auch immer du willst, Herr!
Reiß Mauern ein, die mich von dir trennen! Brich alles auf, was dich in mir eingrenzt! Dein Plan ist größer!
Vor dir leg ich alles hin. Du bist alles, was ich will! Alles geb ich dir, Herr!

Quelle: XHOPE-Gottesdienst vom 28.05.2023 ab Minute 1:37:50

(Nebenbemerkung: Interessanterweise hat sich der Heilige Geist schon einmal zu Pfingsten meiner Wohnung bedient, um mir etwas Bestimmtes aufzuzeigen. Damals – vor zwei Jahren – allerdings nicht im Traum, sondern in der Realität, als plötzlich an zwei Stellen riesige, mysteriöse Flecken an den Wänden aufgetaucht waren.)

Nachtrag vom Freitag, den 2. Juni 2023 (5 Tage später):

Fortsetzung und weitere Koinzidenzen

Gott war offenbar noch nicht fertig – heute gab es noch einen „Nachschlag“ zu dem Thema „Angst vor Kontrollverlust hindert den Heiligen Geist, in uns zu wirken“: Im heutigen Gottesdienst unserer Gemeinde, der AGAPE-Gemeinschaft in München-Laim, ging es auch um den Heiligen Geist: „Dynamis – Die Kraft, die uns verändert.“ Nach der Predigt wurde für die Gottesdienstbesucher gebetet:

Komm, Heiliger Geist, jetzt zu meinen Freunden hier! Ich bitte dich, dass sie alle Angst ablegen können; alle Angst vor dem Kontrollverlust, wenn sie dich voll und ganz in ihr Leben hineinlassen. Ich bitte dich für sie, dass sie die Kontrolle aufgeben. Es hat eh keiner die Kontrolle über sein eigenes Leben – wir wissen ja gar nicht, was nachher draußen passiert – aber Herr, ich bitte dich, dass wir diese ganzen Ängste, dieses „ich halte fest an dem und dem“ – dass wir das aufgeben können, und dass du das ersetzt mit seiner göttlichen Dynamis […].

Quelle: AGAPE-Gottesdienst vom 02.06.2023 ab Minute 1:15:16

Bingo! 🙂 Das war ja genau das Thema vom Pfingstsonntag! Ein weiterer Wink Gottes? – Ich nahm das zum Anlass, zu einem der bereitstehenden Segnungsteams zu gehen, um für mich beten lassen, dass der Heilige Geist mehr Raum in mir gewinnt und mir zeigt, wo ich ihn vielleicht noch daran hindere, die volle Kontrolle zu übernehmen. Interessanterweise hatte eine der beiden Beterinnen dann einen Eindruck, mit dem ich was anfangen konnte: „Finanzen“ und den Satz „Du bist gesegnet, um ein Segen zu sein“.

Wieder Bingo! 😀 Denn das bezieht sich auf eine Sache von vor vier Wochen, als Gott mir im Traum einen Geldbetrag zeigte, den ich für eine Teilnehmerin des Sponsorlaufs der Royal Ranger (christliche Pfadfinder) pro gelaufenem Kilometer einsetzen sollte. Der Betrag entsprach dem Fünffachen dessen, was ich mir zuvor überlegt hatte, aber es war für mich in Ordnung. Am selben Tag bestätigte mir Gott dann den Traum durch das Zeugnis eines Gemeindemitglieds über einen unverhofft erhaltenen Geldbetrag und den Beitrag eines anderen Gemeindemitglieds zum Thema „Geben“ und „Gott segnet uns, um uns zum Segen zu machen!“ Dabei fiel mein Blick auf die Stofftasche vom ICF mit der Aufschrift „Blessed to be a blessing“, die seit etwa einem halben Jahr in meiner Küche hängt…

Ich liebe solche „Koinzidenzen“! 🙂 Und darum gab es heute (Freitag, 2. Juni) auch gleich noch zwei weitere, während ich mich auf dem Weg nach München-Laim zum AGAPE-Gottesdienst befand:

1.) „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ – diesen Satz hatte ich plötzlich im Kopf, als ich im Bus saß und eigentlich über etwas ganz anderes nachdachte. Häh, dachte ich, woher kommt das jetzt? Ich überlegte: Ist das nicht der Titel irgend eines Films oder Buchs? Und was soll das eigentlich bedeuten? Dass Gott letztlich auch die bösen Werke des Teufels zum Guten nutzt? Ich dachte an den Bibelvers Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“ Etwa eine halbe Stunde später – ich sitze gerade in der U-Bahn Richtung Laimer Platz und höre einen Vortrag auf ERF Plus („Der Evangelist von morgen“) – sagt der Sprecher plötzlich (ab Minute 34:06): „Ein anderer Film von ihm auch [d.h. von Clint Eastwood] heißt „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ und beschreibt die Geschichte einer illegalen Abtreibungsklinik in den USA […]“ – WHAT? Krass…

2.) „Jesus kommt bald wieder. Wie bereit bist du?“ – diesen Satz lese ich auf einem Aufkleber an der metallenen Innenwand der Rolltreppe, mit der ich von der U-Bahn-Station „Laimer Platz“ wieder an die sonnige Oberfläche fahre. Ich hatte diesen auffälligen Aufkleber dort zuvor noch nie gesehen und fotografiere ihn schnell, wofür ich auf der Rolltreppe rückwärts gehen muss – zum Glück war ich alleine auf der Rolltreppe! 😀 Fünf Minuten später erreiche ich zu Fuß die evangelische Paul-Gerhardt-Kirche, wo unser Gottesdienst stattfindet, und komme dort gleich mit einem Gemeindemitglied ins Gespräch. Sie sagt, sie beschäftigte sich gerade mit dem Thema Entrückung und meint, dass die Entrückung vielleicht noch dieses Jahr stattfinden könnte und Jesus dann wiederkommt. Wir sagen beide, wie toll das wäre, und ich sage, dass das durchaus jederzeit passieren kann, da es ja keine biblischen Prophezeiungen mehr gibt, die zuvor noch erfüllt werden müssten. Sie bestätigt das und erwähnt eine Prophetie von 1968 aus Norwegen, wo das auch gesagt wird. Ich sage, wenn das stimmt, dann sollten wir vorher aber noch möglichst viele Menschen erreichen

Menschen erreichen

Sowohl in dem Podcast über zeitgemäße Evangelisation als auch in unserem Gespräch über die Entrückung geht es um das Erreichen von Menschen angesichts der kurz bevorstehenden Wiederkunft Jesu auf der Erde, auf die in der Bibel immer wieder hingewiesen wird und wozu ich an Neujahr 2021 auch eine kleine Geschichte erlebt hatte („Zwei vor Zwölf“). Allerdings sind die meisten Menschen im einst „christlichen Abendland“ so „übersättigt“ von allerlei Themen, dass für den Gott der Bibel kein Platz mehr ist. „Kenne ich alles schon, brauche ich nicht!“, scheint der allgemeine Tenor zu sein. Was ich gut verstehen kann, denn ich habe ja bis vor 4½ Jahren auch noch so gedacht. Durch meine römisch-katholische Sozialisation glaubte ich alles über den „christlichen Gott“ zu wissen und wusste doch nichts. Wenn mich damals jemand auf den christlichen Glauben angesprochen hätte, dann hätte ich auch dankend abgewunken, da ich ja in esoterischen und fernöstlichen Weltanschauungen etwas besseres gefunden zu haben glaubte. Und ich habe es lange geglaubt – mehr als 30 Jahre! Erst durch lebensnahe Zeugnisberichte von Menschen, die Jesus real erlebt hatten, wurde ich neugierig und begann umzudenken und mein bisheriges Leben zu überdenken.

Es kommt halt immer auch darauf an, wie einem der christliche Glaube begegnet. Wer vom Religionsunterricht oder von schlechten Vorbildern oder Skandelen der „Amtskirchen“ negativ geprägt wurde, ist verständlicherweise erstmal „bedient“. Dann gibt es die typischen christlichen Straßenprediger, die den Passanten theologische Wahrheiten „entgegenschreien“ – und damit genau das Gegenteil erreichen. Es gibt aber auch junge Evangelisten, um die sich überall, wo sie auftreten, Menschentrauben bilden, weil sie von der Musik, den lebensnahen Zeugnisberichten, der persönlichen Zuwendung und erfolgreichen Gebeten für Heilung so berührt werden, dass sie den christlichen Glauben bzw. Gott erstmals als etwas erleben, das sie begeistert und das für sie attraktiv ist. Tatsächlich ist ja christlicher Glaube in erster Linie etwas, das einem Liebe, Freude und Frieden schenkt und nicht ein religiöses oder moralisches Regelwerk, das einem ein weiteres Joch auferlegen will. Aber der „Feind“ schläft ja nicht und tut alles, um den christlichen Glauben soweit wie möglich zu entstellen und unattraktiv erscheinen zu lassen.

Als Christen sind wir „das Licht der Welt“; d.h. das Licht Gottes soll durch uns in die Welt hinausstrahlen. Menschen sollen uns sehen und merken: Bei denen ist etwas anders, das will ich auch! Dazu zum Abschluss noch eine weitere Koinzidenz von vor einer Woche:

Vergangenen Samstag (27.05.2023) war ich auf einem „Outreach-Workshop“ von Lukas Rauffer und seinem Team (den oben genannten jungen Evangelisten, um die sich immer Menschentrauben bilden), wo es u.a. um die Themem „Gottes Stimme hören“ und „Zeugnis geben“ inklusive praktischer Übungen ging. Hierbei sagte einer der Vortragenden mit Bezug auf die Bibelstelle 2. Korinther 3,3, dass wir folgenden Satz zu unserem Bekenntnis machen sollten: „Ich bin ein Empfehlungsbrief Christi. – Menschen als „Briefe“, das fand ich originell. Am nächsten Tag (Pfingstsonntag, den 28.05.2023 – um wieder zum Anfang dieses Artikels zurückzukommen!) lese ich morgens in den „Gedanken zur Tageslosung“ von Pastor Hans-Peter Mumssen vom Christus-Zentrum Arche (Elmshorn): „Wenn Gottes Geist in uns wirkt, sind wir Briefe Christi und Lichter in dieser Welt.“ (2. Korinther 3,3; Matthäus 5,14) – Yeah! 😎

Gottes Stimme hören lernen

Ich finde es immer wieder erstaunlich und begeisternd zu erleben, wie Gott zu mir spricht. Anfangs waren es hauptsächlich äußere Begebenheiten wie Bibelverse oder andere Texte, die mir innerhalb kurzer Zeit mehrfach begegneten. Später kamen Träume und innere Eindrücke dazu, die durch äußere Begebenheiten bestätigt wurden.

Mir kommt es vor wie eine „Schulung“, damit ich lerne, meinen innenen Impulsen zu vertrauen und sie als Reden Gottes zu erkennen – irgendwann dann vielleicht auch ohne äußere Bestätigung. Wie zum Beispiel auf dem oben genannten „Outreach-Seminar“, wo es auch Übungen zum Hören von Gottes Stimme gegeben hatte:

Bei einer Übung sollten wir für eine andere Person „hören“, durch welche biblische Person Gott zu unserem Gegenüber sprechen möchte. Meinem Gegenüber (einem jungen Mann, der noch die Schule besucht) fiel nichts ein; ich hatte für ihn den Propheten Elia erhalten, der nach seinem Sieg über die Baals-Priester beim „Opfer-Wettstreit“ auf dem Berg Karmel vor Isebel, der Frau des Königs floh und plötzlich ganz entmutigt war und sogar sterben wollte; Gott aber hat ihn versorgt und gestärkt, denn er hatte noch etwas mit ihm vor. Ob er damit etwas anfangen könne, fragte ich mein Gegenüber.

Er meinte, dass es für ihn absolut Sinn mache, denn er sei erst seit kurzem im Glauben, aber sein bisheriger Freundeskreis könne damit nichts anfangen. Er fühle sich wie in „zwei Welten“, und das mache ihn traurig. Ich sagte ihm dann, dass es nicht ungewöhnlich sei, wenn sich der Freundeskreis ändert, nachdem man zum Glauben gekommen ist; bei mir sei das auch so gewesen. Auch Jesus habe seine Jünger als seine „wahren Verwandten“ bezeichnet (Mt 12,46-50). Als Erlöste seien wir zwar noch „in der Welt“, aber nicht mehr „von der Welt“. Was aber nicht bedeute, dass wir uns nun von der „Welt“ zurückziehen sollen; wir sollen uns nur nicht „eins“ mit ihr machen.

Weiter sagte ich ihm, wenn wir Zeit mit unseren bisherigen Freunden verbringen, sei das eine gute Gelegenheit, ihnen die Liebe Gottes nahezubringen. So wie Paulus, der auch „den Juden ein Jude“ war, d.h. er habe sich teilweise noch jüdischen Ritualen unterzogen (Apg 21,17-26; 1Kor 9,20-22), obwohl er selbst das nicht mehr für nötig gehalten habe, um sie für Jesus zu gewinnen. Mein Gegenüber kannte diese Aussage nicht, also blätterte ich in meiner Bibel nach (ich selber kannte die Bibelstelle auch nur deswegen, weil ich kürzlich eine Predigt dazu gehört hatte).

Jedenfalls meinte er anschließend, es habe ihn alles sehr ermutigt. Was wiederum mich ermutigt hat, denn als ich zuerst an den Propheten Elia dachte, war ich mir überhaupt nicht sicher gewesen, ob das überhaupt irgend einen Sinn machen würde…

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